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Die Stadt Sassnitz

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Lage und Stadtgebiet

Sassnitz liegt im Nordosten der Insel Rügen direkt an der Ostsee. Im Norden grenzt das Stadtgebiet an die Stubnitz mit dem Nationalpark Jasmund. Mit rund 9.000 Einwohnern ist Sassnitz nach Bergen auf Rügen die zweitgrößte Stadt der Insel.

Als amtsfreie Stadt umfasst Sassnitz neben dem Stadtkern zahlreiche Ortsteile und Ortslagen. Dazu zählen unter anderem Blieschow, Buddenhagen, Dargast, Drosevitz, Dubnitz mit Wostevitz, Klementelvitz, Mukran, Neu Mukran, Rusewase, Staphel, Stubbenkammer und Werder sowie die Ortslagen Dwasieden, Krampas, Lancken, Lenz und Wedding. Das heutige Stadtgebiet ist damit aus verschiedenen historischen Siedlungen und später entstandenen Entwicklungsbereichen gewachsen. Das Stadtrecht erhielt Sassnitz 1957 und damit nach Putbus die zweitjüngste Stadt Rügens. Die Geschichte der Stadt reicht jedoch wesentlich weiter zurück und ist eng mit der Entwicklung der beiden ehemaligen Orte Sassnitz und Crampas verbunden.

 

Sassnitz und Crampas

Der namensgebende Ortsteil Sassnitz ist das heutige “Alt Sassnitz”. Das ehemalige Dorf Crampas, mit dem Sassnitz im Jahr 1906 zur Gemeinde vereinigt worden ist, lag in dem Bereich der heutigen Einkaufsstraße „Rügen-Galerie“. Die Voraussetzungen der Entstehung beider Ortschaften unterschieden sich wesentlich voneinander. So war Crampas von Anfang an ein Bauerndorf oberhalb des Hochufers gelegen. Sassnitz hingegen war eine sogenannte Lieten-Siedlung und wurde ausschließlich von Fischern bewohnt. Nach dem Aufstieg zu Touristenstandorten in den 1870er Jahren wuchsen beide Ortschaften merklich zusammen und verloren dabei immer mehr ihre ursprüngliche Funktion. Ein Beispiel für eine Lieten-Siedlung stellt noch heute das Fischerdorf Vitt auf der Halbinsel Wittow dar. Durch den Verzicht auf Neubauten oder touristischen Einrichtungen, blieb es bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten und stellt so einen Vergleich zu der Ortschaft Sassnitz in ihren Anfängen dar.

 

Von Fischerei und Kreide zum Tourismus

Seit den Anfängen prägten Fischfang und Fischverarbeitung die wirtschaftliche Entwicklung Sassnitz’ und bildeten lange Zeit die wichtigste Einnahmequelle der Bevölkerung. Mit dem Aufkommen des Fremdenverkehrs im späten 19. Jahrhundert entwickelte sich der Tourismus zu einem weiteren wichtigen Wirtschaftszweig. Die Fischwirtschaft blieb dennoch von Bedeutung. Bis heute gehören Fischverarbeitung und Kreideindustrie zu den traditionellen industriellen Schwerpunkten der Stadt.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der Tourismus weiter gestärkt. Historische Gebäude und insbesondere die für Sassnitz charakteristische Bäderarchitektur wurden durch die Stadt und private Eigentümer umfassend saniert und restauriert. 1998 erhielt Sassnitz die staatliche Anerkennung als „Staatlich anerkannter Erholungsort“.

 

Auf dem Weg zum Kurort

Auch städtebaulich entwickelt sich Sassnitz kontinuierlich weiter. In verschiedenen Sanierungsgebieten werden städtebauliche Defizite behoben und historische sowie öffentliche Räume aufgewertet. Darüber hinaus verfolgt die Stadt das Ziel, ihre natürlichen Heilmittel stärker für den Gesundheitstourismus zu nutzen. Eine besondere Rolle spielen dabei die örtlich vorkommende Kreide und die im Ortsteil Dwasieden erbohrte Thermalsole. Langfristig wird daher die Entwicklung zu einem „Thermal-Kreideheilbad Sassnitz“ angestrebt.

 

Der Stadthafen

Einen gewerblichen Schwerpunkt stellt der Stadthafen dar, dessen Entwicklung zu einem maritim-touristischen Hafen erfolgreich vorangetrieben wurde. Neben den wenigen verbliebenen Fischkuttern prägen Sport- und Freizeitboote das Erscheinungsbild. Von hier aus starten Schiffsrundfahrten entlang der berühmten Kreideküste und zu den benachbarten Ostseebädern. Darüber hinaus beherbergt der Hafen maritime Zeugnisse der Vergangenheit: Das britische Museums-U-Boot H.M.S. Otus und der Museumskutter HAVEL können dort besichtigt werden. Das dazugehörige Fischerei- und Hafenmuseum im Alten Kühlhaus ist derzeit geschlossen.

 

Der Fährhafen Sassnitz-Mukran

Der internationale Fährbetrieb wurde bereits 1998 in den Fährhafen Sassnitz-Mukran verlegt. Aktiv ist dort im Passagier- und Autoverkehr heute nur noch die Linie Sassnitz–Bornholm. Die früheren Verbindungen nach Trelleborg (Schweden), St. Petersburg und Baltijsk (Russland) wurden dauerhaft eingestellt.

Da der Hafen einen unmittelbaren Zugang zur See hat, ermöglicht dies der Schifffahrt eine unkomplizierte Ansteuerung. So sind zeitraubende Revierfahrten nicht notwendig und es besteht keine Lotsenpflicht. Wassertiefen von bis zu 10,50 Metern machen den Hafen für alle im Ostseeraum agierenden Schiffsklassen zugänglich. Als einziger Hafenstandort Westeuropas verfügt der Fährhafen Sassnitz über Gleis- und Umschlaganlagen für Eisenbahnwaggons der russischen Breitspur. Dies brachte dem Hafen auch den Namen „westlichster Cargo-Bahnhof der Transsibirischen Eisenbahn“ ein.

 

(zuletzt aktualisiert 09/2026)